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freightbunny

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Freitag, 6. Januar 2017, 18:26

Ich muss mal meinen Frust loswerden

Hallo Zusammen
ich lese mich schon seit einiger Zeit als stiller Beobachter durch's Forum. Manchmal tut es halt gut, wenn man sieht, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Nachdem ich heute beim Arzt war, muss ich mal meinen Frust abladen und ich denke, hier versteht man mich.
Zu meiner Geschichte:
Ich bin jetzt 38 Jahre alt und vor ein paar Monaten habe ich erfahren, dass Verdacht auf Morbus Crohn besteht. Was ich seither so gelesen habe, lässt mich zwar etwas daran zweifeln, weil ich keine "typischen" Symptome habe aber wie ich mittlerweile auch weiss, bedeutet das nicht zwangsläufig dass ich keinen MC habe.
Mit 7 Jahren wog ich gerade mal 20 kg. Meine Mutter schleppte mich damals zum Arzt, der befand, ich sei ja ansonsten gesund und so lange ich normal essen würde, müsse man sich keine Sorgen machen. Bis in's Teenie Alter war ich eigentlich immer viel zu dünn, aber so mit 15, 16 hat sich das gelegt und ich wog bei einer Grösse von 168 cm immer so um die 58 kg. Also immer noch schlank, aber halt nicht mehr spindeldürr. "Magenprobleme" waren aber immer schon ein Begleiter. Nur gefunden hat man bisher nie irgendetwas und meistens hiess es dann "psychosomatisch", "zu viel Stress" und so weiter.
Noch nie vertragen habe ich Erdnüsse und alles, was Erdnussöl enhält. Da muss ich früher oder später flitzen, um auf Toilette zu kommen. Als Kind habe ich auch Fruchtgummi, Bonbons und Eistee überhaupt nicht vertragen. Das ging so weit, dass ich stundenlang wässrigen Durchfall hatte. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schlimm. Je nach Menge bekomme ich einfach nur Blähungen oder dann halt trotzdem Durchfall.
Milch und Milchprodukte generell, Fruchtsäfte sowie Rohschinken und Blattsalat sind teilweise gut verträglich und dann phasenweise überhaupt nicht verträglich. Im besten Fall führt das zu Blähungen und Blähbauch, im schlechteren Fall zu Durchfall, eine Zeit lang auch von Magenkrämpfen begleitet.
Zu viel Zucker mag mein Körper auch nicht. Ich esse ganz gerne mal Schokolade. Davon bekomme ich meistens nur Blähungen. Kekse und Muffins etc. haben in der jüngeren Vergangenheit leicht abführend gewirkt. Zwar kein Durchfall, aber halt doch auffällig. Im letzten Jahr ging es dann los. Lebensmittel, die ich sonst gut vertragen habe, bewirkten plötzlich Durchfall. Dazu gehörten Päckchensuppe, Mayo, Aprikosenkuchen und manchmal bescherte mir Fleisch Magenkrämpfe.
Blähungen, breiigen oder dünnen Stuhl hatte in den letzten Jahren eigentlich immer. Und nach dem Aufstehen musste ich mich meistens beeilen, rechzeitig auf Toilette zu kommen, weil ich immer so starken Stuhldrang hatte, dass ich den Stuhl kaum halten konnte. Dazu gesellte sich im letzten Jahr ein riesiger Blähbauch, so dass ich manchmal tagelang aussah, als wäre ich mindestens im 6. Monat schwanger und Schmerzen in der Steissbeingegend. Die sind manchmal so schlimm, dass ich auf Arbeit kaum vom Stuhl aufstehen kann und irgendwann nicht mehr weiss, wie ich sitzen soll.
Mir fiel irgendwann auf, dass ich z.B. von Hartkäse auch einen Blähbauch und Blähungen bekam und Hartkäse sollte bei einer "richtigen" Laktoseintoleranz eigentlich keine Beschwerden verursachen. Da ich seit Jahren auch chronische Nesselsucht habe, dachte ich schon an eine Histaminintoleranz, wobei die meisten Symptome nicht wirklich zutreffen. Empfindliche, trockene Haut habe ich auch schon seit jeher und in den letzten zwei Jahren habe ich auch eine extrem trockene Kopfhaut obwohl ich die Haare seit Jahren lufttrocknen lasse.
Mir ist neulich in den Sinn gekommen, dass es eine Zeit gab, da schaffte ich es kaum von der Kantine an den Arbeitsplatz zurück, ohne die Toilette aufzusuchen. Zu der Zeit hatte ich auch immer Fencheltabletten gegen Blähungen dabei und fast täglich Magenkrämpfe. Das wurde auf den Stress im Job geschoben bzw. es wäre möglich, dass das vegetative Nervensystem empfindlich reagiert.
2013 hatte ich plötzlich starke Magenkrämpfe mit Erbrechen und Durchfall. Laut HA hatte ich zu viel Magensäure und Luft im Darm und bekam einen Magensäurehemmer. Ein paar Monate später hatte ich links unter dem Rippenbogen Schmerzen. Anfangs stechend, dann eher brennend bis hin zu einem Druckgefühl, so als ob da eine Rippe in die falsche Richtung steht. Der HA checkte daraufhin alle Organe mittels Ultraschall sowie Eisen- und Schilddrüsenwerte, aber da war nichts. Möglicherweise einfach eine langsame Verdauung, die Schmerzen verursacht, hiess es. Mit der Zeit verschwanden die Schmerzen und tauchten dann Anfang 2016 kurz wieder auf. 2015 entwickelte sich aus einer Anfangs trockenen Hautstelle ein stark juckender Ausschlag, der aussah wie eine Röschenflechte. Getestet wurde dann auf Helicobacter, Tieerhare, Pollen und Schimmelpilz, aber alles negativ. Nach der Episode fragte ich mich selber, ob ich wirklich so kaputt bin, dass mein Körper mit solchen Geschichten reagiert.
Darum habe ich dann den Arztbesuch auch lange hinausgezögert, als sich meine Beschwerden verschlimmerten. Nach fast jedem Stuhlgang ging wenig später Schleim ab, teilweise mit Stuhl gemischt, manchmal nur Schleim. Dazu kam häufig Stuhlschmieren. Und halt eben der Blähbauch, Blähungen und die Steissbeinschmerzen. Am schlimmsten finde ich das "nachrutschen" von kleinen Mengen Stuhl und / oder Schleim und das Stuhlschmieren. Ist ja auch toll, wenn man niest und hinten schiesst es auch gleich raus....... Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging zum Arzt. Nicht zu meinem HA, der war gerade im Urlaub.
Als das Wort "Schleim" fiel, war der Arzt überzeugt, dass es Zölliakie sei. In Zeiten, wo jeder Zweite angeblich eine Glutenunverträglichkeit hat nachvollziehbar. Meine Steissbeinschmerzen sähe er aber nicht im Zusammenhang mit meinen anderen Beschwerden, obwohl das zeitgleich auftauchte. Getestet wurde dann eben auf Zölliakie sowie Salmonellen, Campylobacter und Shigellen. Negativ. Aber Calprotectin war erhöht und ich zur Darmspiegelung überwiesen. Bei der kam dann raus, dass ich einen Polypen hatte und im Dünndarm wäre eine Entzündung zu erkennen. Histologisch deutete diese aber auf eine Infektion hin, aber "aufgrund der langen Klinik" wäre an einen MC zu denken. Die Woche darauf erfolgte dann noch die Magenspiegelung, die aber unauffällig war. Der damals behandelnde Arzt schloss eine Infektion ebenfalls aus und unterstütze den Therapieversuch mit Mesalazin. Wobei mir das tatsächlich geholfen hat. Die Blähungen und der Blähbauch sind praktisch verschwunden und der Stuhldrang morgens ist wesentlich weniger schlimm, als früher. Geblieben ist aber, dass nach dem Stuhlgang häufig nochmal was nachrutscht und die letzten Tage hatte ich auch wieder öfter Stuhlschmieren.
Zwischenzeitlich war ich wegen einem eingeklemmten Nerv beim Chiropraktiver und erzählte ihm von den Steissbeinschmerzen und dem Verdacht auf MC. Der meinte, er sähe Gelenkschmerzen bei MC Patienten öfter. Er hat mir dann ein paar Mal was am unteren Rücken eingerenkt, aber das hat nicht wirklich geholfen.
Heute war ich wieder bei meinem üblichen HA. Der fand, dass eine Infektion eben doch wahrscheinlicher sei. Ein MC "gäre" nicht ein halbes Leben lang unbemerkt rum und nur weil die Entzündung genau in dem Bereich - aber auch nur in dem Bereich - zu sehen sei, wo sie bei MC üblicherweise sitzt, muss es noch lange kein MC sein. Das Mesalazin solle ich probehalber absetzen und bekam stattdessen Flohsamen. Das Calprotectin checken wir aber netterweise trotzdem. Und die Eisenwerte auch, weil ich manchmal einfach nur hundemüde bin, obwohl ich genug geschlafen habe. Auf die Steissbeinschmerzen ging auch er nicht weiter ein, auch nicht darauf, dass ich seit einiger Zeit das Gefühl habe, ständig Muskelkater im linken Oberarm zu haben und dass die Hüfte steif wird. Bewegung wäre nicht schlecht, das helfe auch bei der Verdauung. Ich könne es ja mit Power Yoga versuchen und aufgrund meiner Vorgeschichte wäre Kinesiolgie auch zu empfehlen, da es ja auch einiges gäbe, was ich vielleicht noch nicht verarbeitet hätte und seelische Gesundheit wäre ebenso wichtig wie die körperliche.
Also werde ich irgendwie wieder auf die Psycho-Schiene geschoben. Der HA verneinte das zwar. Auf meinen Einwand, dass MC eben vielleich doch eine Erklärung für die seit Jahren auftretenden "Verdauungsprobleme"sein könnte, obschon die Symptome nicht sonderlich stark ausgeprägt sind, antwortete er, ich solle mit dem Schubladendenken aufhören und erwähnte noch was von Reizdarm. Aber auch da habe ich keine typischen Symptome zu.
Ich glaube, diejenigen unter Euch die auch jahrelang gelitten haben, bis endlich eine Diagnose stand, verstehen, wie ich mich gerade fühle. Versteht mich nicht falsch; ich wäre nicht unglücklich, wenn es nicht MC wäre. Wenn ich so lese, was einige von Euch durchmachen müssen, geht es mir blendend und ich hoffe, dabei bleibt es. Aber irgendeine Erklärung für die Entzündung im Dünndarm, die wiederkehrenden "Nahrungsmittelunverträglichkeiten" und vorallem, wenn das mit dem Stuhlschmieren und dem unwillkürlichen Stuhlgang endlich aufhören würden, würden meiner Psyche aktuell besser tun als ein therapeutisches Gespräch um meine Seele wieder in's Gleichgewicht zu bringen. Ich möchte die Kinesiologie oder Psychotherapien allgemein damit nicht schlecht machen, aber warum kann man denn jetzt nich einfach mal die körperlichen Beschwerden genauer ansehen, bevor man mich anderweitig therapiert?

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Koni68

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Montag, 9. Januar 2017, 18:37

Deine Schmerzen im Steißbein könnten tiefliegende Fisteln sein

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freightbunny (09.01.2017)

freightbunny

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Montag, 9. Januar 2017, 20:14

danke, daran hab ich noch gar nicht gedacht

Koni68

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Dienstag, 10. Januar 2017, 17:32

Hatte das gleiche Schmerzbild wie du.Und nach einer sechs monatiger Odyssee,sollte es Psychosomatisch sein.
Also alles nur Einbildung.
Ein Internist in Erlangen wusste es dann.
Eine Diagnose ist halt immer nur so gut,wie der Arzt der sie stellt.
Lass es bei dir checke durch ein MRT
Wenn du das gleiche hast kannst du dich ja bei mir melden,dann kann ich dir
näheres dazu erzählen
Glg Jürgen

freightbunny

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Freitag, 20. Januar 2017, 19:52

Hallo Jürgen

ich glaube, ich kann für's Erste durchatmen. Habe mich selber bei der Physio angemeldet, um einfach mal zu sehen, ob die was finden kann. So wie's aussieht, habe ich das Piriformis-Syndrom. Vereinfach gesagt, habe ich mir im Hintern was eingeklemmt . Die Physio organisiert jetzt eine Verordnung von meinem HA und dann hat das Leiden hoffentlich ein Ende.

Glg und nochmal Danke. Kristin

Koni68

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Samstag, 21. Januar 2017, 19:07

Hallo Kristin
Freut mich wenn es nicht die Fisteln sind.Denn die fiesen Dinger
gehören in die Kategorie die die Welt nicht braucht.
Das was du vermutlich hast,hört sich aber auch nicht schön an und ist
bestimmt ebenso schmerzhaft.
Wünsche dir alles Gute und viel Glück damit du bald schmerzfrei bist.
Danke das du mir Bescheid gesagt hast.
Glg Jürgen :bye: